Wasser, Kult und Auszeiten im Donauried

Unterwegs zwischen Lauingen und Bächingen

von Stefanie Rösch
Foto: Denzel-Kapelle Gundelfingen | (c) Stefanie Rösch

Unsere rund 32 Kilometer lange Rundtour durch das Donauried startet am Wanderparkplatz an der Segrepromenade im schönen Lauingen an der Donau. Dort orientieren wir uns an der Donaubrücke in Richtung Innenstadt, wo uns das Wahrzeichen der Stadt, der Schimmelturm, den Weg weist. In unruhigeren Zeiten als imposanter Wachturm erbaut, repräsentiert er, neben dem im 18. Jahrhundert errichteten Rathaus, noch heute den Bürgerstolz der Lauinger.

Foto: Rathaus Lauingen an der Donau | (c) Stefanie Rösch

Foto: Rathaus Lauingen an der Donau | (c) Stefanie Rösch

In den Sommermonaten kann der 54 Meter hohe Schimmelturm im Rahmen einer Turmbesteigung erkundet werden. Der Schlüssel hierfür kann im Bürgerbüro (Rathaus) oder im Hotel „3 Mohren“ geliehen werden. Wer die unzähligen Treppenstufen erklommen hat, wird mit einem atemberaubenden Panoramablick über Lauingen und die umliegende Landschaft belohnt.

Kult an der Via Danubia

Wir folgend dem Radhauptwegweiser Richtung Gundelfingen. Auf dem Radschutzstreifen rollen wir innerorts entlang der Gundelfinger Straße und folgend weiter dem Donau-Radweg in den Lauinger Stadtteil Faimingen, der vielleicht nicht nur für uns Radler eine Überraschung bereithält. Dafür biegen wir von der Magnus-Schneller-Straße in den Tempelweg ein. Sobald die ersten Säulen vor uns auftauchen, lässt sich erahnen, dass Faimingen mal mehr als nur ein Dorf im Donauried war. Das Zentrum des ehemaligen römischen Wallfahrtsortes Phoebiana bildete der beeindruckende Apollo-Grannus-Tempel, von dem heute nur noch Überreste im Freilichtmuseum besichtigt werden können. Fast unvorstellbar ist dabei, dass es sich bei der Anlage um den größten römischen Tempelbau nördlich der Alpen handelte.

Moor und Wasserspuren

Entlang dem Donau-Radweg radeln wir weiter durch Felder im Gundelfinger Stadtteil Echenbrunn und rollen anschließend auf der Lauinger Straße bis zur Kreuzung mit der Hauptstraße. Dieser folgen wir bis zum Rathaus und fahren dann gemütlich auf dem Brenz-Radweg weiter durch das beschauliche Gundelfingen. Weiter geht die Tour durch den am Nachmittag gut besuchten Schnellepark mit Kneippanlage, Fußball- und Spielplatz. Wir radeln entlang der kleinen Brenz und folgen im Anschluss dem bewaldeten Brenzufer nach Bächingen. Hier fließt der Fluss gemächlich vor sich hin und das teils dicht Uferschilf ist der ideale Rückzugsort für allerlei Wasservögel.

Der Brenz-Radweg gehört zu den schönsten Radwegen am Rand der Schwäbischen Alb. Auf einer Streckenlänge von 56 Kilometern kann die einzigartige Landschaft zwischen Königsbronn und Lauingen, wo die Brenz in die Donau fließt, erradelt werden.

In Bächingen queren wir die Brenz und orientieren uns in südlicher Richtung, dem offiziellen Moor und Wasser Radweg folgend. Wer sich für den Lebensraum entlang der Brenz interessiert, sollte unbedingt der Umweltstation mooseum, nur einen Steinwurf vom Bächinger Schloss entfernt, einen Besuch abstatten. In den Räumlichkeiten der Umweltstation können Jung und Alt die Natur und Kultur der Brenzregion erleben und entdecken. Das kleine, aber feine Café ermöglicht zudem eine willkommene Auszeit vom Sattel.

Der knapp 40 Kilometer lange Moor und Wasser Radweg führt durch das idyllische Donauried zwischen Gundelfingen und Riedhausen und steht ganz im Zeichen von teils verwunschenen Moorlandschaften und dem Lebenselixier Wasser. Sie ist mit einem weißen Quadrat gekennzeichnet, das einen stilisierten, hellgrünen Zwiebelturm der Gundelfinger Spitalkirche Mariä Himmelfahrt zeigt.

Wakeboardspaß und besinnliche Auszeiten

Nach knapp vier Kilometern erreichen wir die Gundelfinger Seenplatte, wo vor allem an den Wochenenden unzählige Wakeboarder und Wasserskifahrer auf der in der Region einzigartigen Wasserski- und Wakeboard-Anlage am Gufi-See ihr Geschick unter Beweis stellen. Für ein wenig Spaß und einen Adrenalinschub stellen wir uns nach einer professionellen Einweisung selbst auf die Skier. Wer keine eigene Ausrüstung dabei hat, kann alles Notwendige, von der Schwimmweste bis zum Neoprenanzug, vor Ort ausleihen.

Zurück auf dem Rad rollen wir am Neuhofsee vorbei in Richtung Bundesstraße 16 und folgen dieser auf dem baulich getrennten Radweg bis zur Höhe des Karlshofsees. Dort queren wir die teils stark befahrene Bundesstraße und radeln anschließend durch die Wiesen und entlang der Entwässerungsgräben der idyllischen Riedlandschaft, die im Sommer nach Bärlauch und gemähtem Gras duftet.

Die moderne Denzel-Kapelle in Gundelfingen, die ganz im Gegensatz zu anderen Wegkapellen wie ein kleiner Tempel anmutet und sich durch ihre ungewöhnliche Holzbauweise wunderbar in das umliegende Wäldchen einfügt, lädt uns zu einer Rast sowie zum Innehalten und Durchatmen ein.

Bei der Denzel-Kapelle in Gundelfingen bilden Blutbuchen die „grüne“ Wand hinter den grafisch gestalteten Glaswänden und schaffen so eine intensive Verbindung zwischen Außen und Innen, zwischen Natur, Architektur und Spiritualität. Der 153 Kilometer lange 7-Kapellen-Radrundweg verbindet die außergewöhnlichen Kapellen im Dillinger und Augsburger Land.

An der Kreuzung mit der Offinger Straße folgen wir dem asphaltierten Wirtschaftsweg zum Wünschsee. Bei der Ausflugsgaststätte Wünsch haben wir nicht nur die Möglichkeit, uns im Biergarten zu stärken, sondern auch einen Sprung ins kühle Nass des Badesees zu wagen. Wir rollen weiter auf dem Donau-Radweg nach Peterswörth, einem Stadtteil von Gundelfingen, und folgen der Beschilderung über den Bahnhof zum Rathaus in die Gundelfinger Innenstadt. Ab dort geht es auf bekannten Wegen zurück zum Ausgangspunkt der Tour nach Lauingen.

Tourstart:

  • Parkplatz Segretpromenade (GPS 48.569863411602356, 10.433730993483362)
  • Einstieg am Bahnhof Lauingen (Donau) möglich.

Einkehrmöglichkeiten:

  • Umweltstation mooseum, Schloßstraße 7, 89431 Bächingen an der Brenz
  • Wasserski- und Wakeboard-Anlage am Gufi-See, Haldenweg 10, 89423 Gundelfingen an der Donau
  • Gaststätte Wünsch, Offinger Str. 2, 89423 Gundelfingen an der Donau

Routen-Orientierung:

Zug um Zug zur Radtour in Bayerisch-Schwaben mit der Bahn als Verkehrsmittel. Hilfreicher Reisebegleiter ist die kostenlose MoBY-App, die Auskunft über den Fahrplan gibt. Wie und wo ich mein Fahrrad mitnehmen darf, gibt es auf der Website der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) zu erfahren.

Titelbild: Stefanie Rösch

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